Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
behendecheit stF.
2 ‘Fertigkeit, handwerkliche Technik’
3 ‘Kenntnis, Klugheit’
4 ‘Zartheit, Feinheit’
1 ‘Geschicklichkeit, Beweglichkeit’ die tugende der sêle krefte sint; / den lîp diu sterke ane wint, / diu snelle und diu behendekeit WälGa 8507; da vachtt gar mit behendekaitt / Schyro der starcke GTroj 16927; die jugent dich betriuget, / behendikeit die liuget Frl 9:20,8; Lanc 639,17. – mit Übergang zu 2: dâ sluogens unde wurfen mit / die tambûr mit behendicheit Wig 8653; rotten, harpfen, singen / und aller hande zabelspil, / daz kunde er unde treip sîn vil. / an im lac grôz behendekeit KvWTroj 5977 2 ‘Fertigkeit, handwerkliche Technik’ si kunde schœniu hantspil, / schœner behendekeite vil: / brieve und schanzûne tihten Tr 8138; hy seczt her [der Autor] eyne andir behendigkeit Pelzb 118,17; eyne andir behendikeit von wynstockin ebd. 131,17 3 ‘Kenntnis, Klugheit’ aber an der behendikhait vnd vernuͤftigew bechantneͧzz dez goͤtleichen wesens [...] sind all laͤut niht schuldig ze wizzen RechtssA G55,10; vnd sol iv einen list dar an / sagen vnd eine behendecheit Krone 2597; der gallen aigenkait ist unstætichait, tobung, behendichait, scherpfen der sinn BdN 28,28; Tauler 42,18; DvASchr 309,26 4 ‘Zartheit, Feinheit’ so sprechin si also daz di gropheit der element abe gê und di behendikeit und di subtilikeit des himmillischen libes beste an deme geseligiten libe unsis herrin Parad 60,5; [wenn jemand träumt, dass er fliegt, bedeutet das] behendikait und leihtikait seins pluots und anderr seinr fäuhten BdN 53,23
MWB 1 512,16; Bearbeiter: Schnell