bechten oder bechteln hiesz im Elsasz und in der nördlichen Schweiz, also unter Alemannen, am schlusz oder zu beginn des jahrs einen fröhlichen umzug durch das land, und festgelage halten, die noch auf das heidenthum zurückgehen. da nun der feiertag selbst den namen Bechtelistag
und auch Berchtelistag, Berchtlistag
führt, so ist dabei natürlich an die göttliche frau Berchta
zu denken, die andern deutschen frau Holda,
und ein wolthätiges leuchtendes, gnädiges wesen bezeichnet, das um diese zeit unter den menschen zu erscheinen pflegte. dazu stimmt das bairische perchtenlaufen, perchtenspringel
zur ehre einer mehr schrecklich gedachten wilden Berchta
oder Berchtel.
der ausstosz des R
in Bechte
und bechten, bechteln
erfolgt wie sonst in focht
für forcht, furcht, fodern
für fordern, welt
für werlt
und vielen andern wörtern und es hat weniger für sich, Bechte
gleich der romanischen Befana
als eine volksmäszige personification aus epiphania
herzuleiten. die sagen von frau Berchta
sind deutsche mythol. s. 250—260
gesammelt. Der milden Behte
und des 'behtens after den gassen'
gedenkt zuerst Conrad von Dankrotsheim in seinem 1435
abgefaszten namensbuch. Brant im
narrensch. s. 195
von Bacchus und seinem lustigen gefolge redend, meint von denen kumen ist sithar, das man im land umb
bächten far. Keisersberg
hat mehr denn eine anspielung: semliche ding vor weihenachten thuon, daʒ ist von heiden hie, wir haben vil von heiden, etliche ding hat die cristenheit abgthon.
darauf erzählt er, wie man den Janus geehrt habe: etlich mit tanzen und springen, ander mit stechen und mit danreis in die stuben legen, ander mit
bechten, ander das sie einander gaben schicken lebkuochen, wein &c.
omeisz 47
d; die ander schel (
an der narrenkappe) ist putzenantlitter (
larven) tragen, das sein ursprung hat von den heiden .... da must man
bechten (umgehn und) wurst samlen, von Bacho kumpt das her.
pred. über das narrensch. 1520
bl. 153,
nach Brants
auslegung. in den statuten der Straszburger schiffer (Oberlin 103)
heiszt es: als dann die handwerksknecht oder knaben nach alter gewonheit in den winachtfirtagen
gebechtet, und von einer stuben zu der andern, auch frummen lüten in ir hüsere geloufen sind gutzen und noisen, das sol ouch nit me sin.
auch Dasypodius 17
b hat bächten, 302
a bechten
für bacchari, wüten, hin und wider laufen und der Bächte tag
bacchanalia. merkwürdig ist die erwähnung des bechtens
bei einem schriftsteller aus Hessen, wo man sonst nichts von frau Bechte,
nur von Holle
weisz: summa, jeder machts auf sein best und feirt also des Bachus fest, sie rennen, stechen, ringen, fechten, mit aller thorheit weidlieh
bechten. B. Waldis
päbstl. reich 4, 10;
und was meint Agricola
spr. 238
b in den worten: fahe vil an, bächt lützel?
fahr nicht wild und müszig umher?