BASZ m. aus it. basso ‘
niedrig, tief(liegend)’
von mlat. bassus ‘
dick, untersetzt, niedrig, tiefe tonlage’.
vereinzelt in it. form. 1
tiefste melodiestimme, baßpartie in einem mehrstimmigen gesang- oder instrumentalstück: ⟨v1510⟩ es würdt ain gesang sein mit vil stym̄en, da würt sein der tenor, der discant vnd der baß Geiler
schiff (1514)121a. 1580
(satan:) wie kompts das der gesang nicht klingt? / ich halt das jr nicht alle singt.
(mordteufel:) wie sols denn klingen also blos? / ist keiner hie der singt den bass Krüger
richter 127 B. 1654 vom mißbrauch der sing-kunst. .. man wiegert den discant; man brüllet den tenor; / man billt den contrapunct; man heult den alt hervor; / man brummt den tieffen bass Logau
sinnged. 318 LV. 1708 indem der discant und bass, als die beyden extremae voces, vor andern gehöret werden, so muß auch nothwendig eine von diesen beyden zuerst gesetzet werden Walther
praecepta 104 B. 1753 diese vier hauptstimmen sind der baß, tenor, alt und diskant Marpurg
fuge 1,2. 1808 der alt ergreift es
(das thema) sodann in der letzten note des ersten taktes und wird vom diskante in der tertie begleitet. hierauf tritt mit der letzten note des zweiten taktes der baß mit dem umgekehrten themate ein Kittel
organist 21,3 faks. ⟨1883⟩ auch hatte er ein feines ohr und merkte sich die melodien leicht, so daß er in kurzer zeit die oberstimme singen konnte, während der bruder mit seinen tieferen tönen einen baß dazu erfand Heyse
[1924] I 4,237. ⟨1911⟩ zunächst erklingt nur der baß des themas, eine zweite, dritte, vierte stimme gesellt sich hinzu Bekker
Beethoven (1912)158. 2008 ein donnernder polonaisenrhythmus über einem passacaglia-nahen bass
süddt. ztg. (30.1.)13e. 2
instrument mit der tiefsten tonlage einer instrumentenfamilie, orgelregister in baßlage; meist für die baßgeige (kontrabaß), das am tiefsten gestimmte streichinstrument, in jazz u. popmusik auch ‘
baßgitarre’: 1545 die gröste pfeiffe
(blasinstrument in baßlage) gnant der baß Agricola
musica 162 E. 1569 Marsias vnd Pann mit jren pfeyffen. / Herophilus den puß schlug vnd tet greyffen. / Tamirus in sein harpf tut klingen Thurneysser
archidoxa T 1a. 1583 anno
d. 1583 .. hat Thomas Grebisch .. ein bas und posaun mit zweiundfunfzig hülzerne pfeiffen in die orgel alhie gemacht Hüttel
chr. Trautenau 273 Sch. 1627 weil man auch zu allem glück im städtlein einen bräutigam mit einer harfe, bass und kleinen geige in die kirche begleitet und vor ihm her musicirt hat Allert
tgb. 82 K. 1728 schiebt den bogen wohlbedächtig, / auf dem basse hin und her! Stoppe
t. ged. 1,6. ⟨1840/1⟩ ein kleines orchester, zusammengesetzt aus einem baß, zwei violinen, zwei hörnern, einer klarinette und einer flöte R. Wagner
(1897)1,93. ⟨1952⟩ dann heulten die bässe, die posaunen, die waldhörner, kornetts, die fagotte auf Dürrenmatt
richter (1964)78. 1998 die musik war nicht laut. die bässe machens. wenn man bei uns die hände auf den eßtisch legt, dann spürt mans I. Schulze
storys 230. 2006 bei Pärts komposition würde es eigentlich um das verfolgen einer melodie gehen, die in den violinen viel schneller erklingt als in den bässen
n. zürch. ztg. (25.9.)19a. 2008 ein jahr vorher hatte Pastorius
(ein popstar) der das leben eines teilzeit-obdachlosen führte, im New Yorker Central Park auf mysteriöse weise seinen bass verloren
süddt. ztg.(23.5.)32f. 3
tiefste männliche stimmlage; vor allem ‘
tiefste singstimme’; personifiziert ‘baßsänger bzw. -sprecher’ , ‘
gruppe der baßsänger im chor’: 1561 der bassz, die aller niderist stim̄ die man haben mag Maaler
t. spr. 50d. 1582 schnurrt, murrt vnd burrt wie dort der heyden hauff: brumpt ein baß wie ein hurnauß inn eim stiffel Fischart
geschichtklitterung 360 HND. 1655 soll der cantor, .. bey dessen election vornemlich auff die stimm, daß sie gut und helle sey, acht zu haben, anfahen, und die knaben, so sonderlich beym tenor und basso stehen, ihn secundiren Schneider
chr. 516. ⟨1769/73⟩ da höre ich ihn. er spricht einen ziemlichen bass! Hermes
Sophie (1778)3,458. 1797 Schlegel .. singt als zweiter baß noch gut genug Goethe
I 34,1,235 W. 1819 dann war die für den ersten baß bestimmte partie .. nur mit einer einzigen arie versehen E. T. A. Hoffmann
4,16 G. ⟨1878⟩ den schluß machte Schnökel. er war der baß dieses kleinen männerkonzertes, in stimme wie figur Fontane
ges.-ausg. [1925] I 2,134. 1931 ein tiefer baß und ein chorknabe sangen Verkade
antrieb 213. 1987 der kammerchor der Humboldt-universität sucht tiefen 2. baß
berl. ztg. (10.12.)8a. 2002 er fast ein baß, sie eine reine mädchenstimme
M. Walser
tod 104. 4
die tiefsten töne eines instruments: ⟨1618⟩ die grosse schweitzerpfeiff gibt im pedal auch einen schönen lieblichen baß Praetorius
syntagma 2,128 faks. 1755 er lacht so laut, daß man kaum noch den baß von der music hört Rabener
sat. (1751)4,372. 1809 wie man von dem großen umfang eines instruments spricht, das vom tiefsten baß bis zum reinsten und höchsten diskant ieder betastung anspricht Hebel
br. 391 Z. 1914 und der grollende kanonendonner ersetzte die bässe der orgel
kriegsbr. gefall. studenten (München o. j.)153 W. 2001 etwas weniger bässe, dafür aber wesentlich bessere höhen und mehr präsenz, auch wenn der lautstärkeregler immer ein wenig mehr aufgedreht werden mußte
frankf. allg. ztg., DWDS-arch. 2008 wir leben schließlich im zeitalter des basses. er steht im zentrum der popmusik, muss knallen, wummern, fett sein
süddt. ztg. (23.5.)32d.Grimm