Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bëtelich
2 ‘bittend, inständig flehend’
1 ‘auf geziemende Weise erbeten; angemessen’ nu ist got sô gnædec und sô guot / [...] daz er niemer enkunde / sô manegem süezen munde / betelîchiu dinc versagen Iw 5361; Flore(G) 7966. 1763; daz du geweren wollest mich / nach miner betelichen ger PassI/II 123,7; Frl 13:8,2; unde wære ez betelich [mit Verlaub] Neidh WL 35:7,2. – subst. ‘was sich zu bitten ziemt’ man verzêh im betlîches niht UvZLanz 4954; JvKonstanz 1061. – Adv. in Verbindungen mit biten, gern: er gelîchet sich wol einem man / der betelîchen biten kan Iw 4574; GTroj 8151; HvNstAp 8101; des sît ir alles gewert, / ist daz ir betelîchen gert Iw 4546; Rennew 18398. 33292; HvBurg 2684. 2632; Ottok 68164 2 ‘bittend, inständig flehend’ des vater zunge leit im vür / in maneger betlîchen kür [in bittender Weise] / vil süeze rede, die er begie RvEBarl 8292; mit dreu und betlicher vle Vät 30741. – Adv.: alsô ligende rief er betelich Kreuzf 5966; mit innr lieb ich des [bei mir zu bleiben] bekor / betlich an din triwe WhvÖst 18901
MWB 1 703,25; Bearbeiter: Gärtner