Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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anwehren, recipere in se, in sich, an sich oder an andere bringen, anbringen, in die gewer bringen, sich zu nutz machen, verthun, Stieler 2415 schreibt anwären, andere anwähren, wie gewähren: ein solcher (fresser) misbrauchet die gaben gottes, er verschwendet sein eignes vermögen, indem er oft auf einmal so viel verzehret, anwehret und zu sich nimmet, dasz er wol drei oder vier davon leben lassen könnte. Simpl. 1, 42; im krieg musz man nicht alles wieder so anwehren und lüderlich fortjagen, gleichwie man es gering und leichtfertig empfangen. 1, 285; der wird für einen frommen, wackern und aufrichtigen kerls gehalten, der ein schwingsgütlein abgiebet, das maul schwenket und was er heute nur möglich verthun und anwehren kann, nicht auf morgen sparet. 1, 332; wenn dieser seine wahre zu theuer, jener sein geld zu hoch anwehret (anschlägt) und einer den andern vervortheilt. Lohenst. Arm. 1, 1059; die darwider angewehrten klügsten anstalten. 1, 285; es ist dieses eine feine art des rauches, welchen zwar gemeine leute auch um nichts anwehren können, kluge fürsten aber theuer genug zu verkaufen wissen. 1, 1060; dasz unser urheber (autor) viel desjenigen, was er nicht bei den geschichtschreibern gefunden, theils aus seinen alten münzen, theils aus den überschriften und gedächtnüsmalen zusammengesucht, solche gehöriger orten klüglich angewehret und also den mangel damit hin und wieder ersetzet hat. Abschatz vorbericht zu Lohenst. Arm.; der dis für klugheit hält, vermumter laster schaum für tugend anzuwehren. Lohenst. Epich. 66, 507; umb nicht, was die (fremden dichter) niedergeschrieben nachzuschreiben, sondern nur derer art und eigenschaft zu beobachten und solches in meiner muttersprache anzuwehren. Hoffmannswaldau vorr.; da man die andern stücke so gut wie jenes nöthig hätte und auch mit vielem vortheil anwähren könnte. Günther vorr. 17; die waaren fein theuer anzuwähren. 508; wartet er (der apfel) auf einen mund ... ihn zu verzehren, und also weisz ich ihn nicht besser anzuwähren. 985. später ganz veraltet. man könnte versucht sein, in den aus Simpl. beigebrachten stellen anwehren für anwerden = los werden zu nehmen; doch sträubt sich die form wie das verhältnis der übrigen belege. aber auch ein bei Schmeller 1, 62 aus Abraham angeführtes anwerung ist dann anwehrung, nicht anwerdung.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschanwehren
Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg
anwehren , recipere in se, in sich, an sich oder an andere bringen, anbringen, in die gewer bringen, sich zu nutz machen…
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit anwehren
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Cotta, M. (2026). „anwehren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/anwehren/dwb?formid=A05186
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Cotta, Marcel. „anwehren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/anwehren/dwb?formid=A05186. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „anwehren". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/anwehren/dwb?formid=A05186.
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