almeinde stf. die gemeindetrift, die gemeindeweide, compascuus ager, communia pascua. über die etymologie ist gestritten. Mone in der zeitschr. f. d. gesch. d. OR. 1,388
hat das wort aus dem celtischen erklären wollen; dagegen ist Jac. Grimm mit recht aufgetreten in Haupts zeitschr. 8,389 fg. er entschied sich für die ableitung von gemeine: algemeine, algemeinde, wie wirklich noch ein paar male erscheint; die silbe ge sei abgeworfen, wie in bemeine, vermeine, im ahd. meinscaf u. namentlich öfter im niederdeutschen. daneben tauchte aber bereits, weil das wort hauptsächlich (doch nicht ausschliesslich) dem südwesten, also Schwaben, angehört, die vermuthung auf, es möge mit dem volksnamen Alamannen selbst zusammenhängen, ursprünglich alamannida, die allen männern (alamans ursprünglich verstärktes mans oder mannans) zustehende (in umgekehrter weise hatte früher schon Frisch 1,17. b. den namen Alemannen abgeleitet von almeinde almand), wie es im nord. heisst nord. almennîngr, allmänning, almennîngs mörk, allra manna mörk,
vgl. RA. 497. aber Grimm schob sie noch zurück, weil jene form des wortes nicht nachweisbar sei, und “ausserdem sich ihr noch anderes entgegen sträubte”. im deutschen wörterb. dagegen 1,237 hat sich derselbe neuerdings ganz entschieden für die letztere etymologie (alamannida, alagimannida) erklärt, nur (seit dem eintreten der form almende u. almeinde) eine irrige beziehung auf gemeine schon in alter zeit zugebend. ich theile diese annahme nicht, sondern halte die herleitung von gemeine für die richtige, das e statt ei ist aus der schwächung des accentes erklärlich, u. a statt ei in diesem stamme erscheint auch sonst, vgl. z. b. Diemer 95,21. das wort ist zuerst nachweisbar in einer urkunde vom jahre 1148, vgl. Haltaus 19. im folgenden ordne ich die beispiele entsprechend der von mir für die wahrscheinlichere gehaltenen etymologie; dabei bedaure ich, dass mir Mone's oben genannter aufsatz nicht zur hand ist, der viele beispiele zu enthalten scheint. Wimpinensibus dedit forestum suum apud Wolkenberc in proprietatem et jure illo, quod vulgariter dicitur algemeine, perpetuo possidendum et tenendum ad communem ipsorum utilitatem, im j. 1223, bei Haltaus 18. communia pascua sive algmendam (
die lat. urkunden declinieren das wort lateinisch)
und nochmals in donatione praedictae algmandae,
vom j. 1241.
Haupts zeitschr. 8,392. vgl. in campo illorum vel pascuis, quem
commune vulgariter (
d. h. in der landessprache, auf deutsch) appellant,
im j. 1299,
Haltaus 19. pascua communitatis, quae vulgariter
almeina vocantur,
im j. 1231,
ebenda. de dictae villae immunitate, quae vulgariter dicitur almein,
im j. 1294,
ebenda. compascuum
i. e. teutonice
almeinda vel gemeinweida,
im j. 1207,
H. zeitschr. 8,391 (
vgl. bei Notker si compascuus ager est, ist diu weida gemeine). cum agris pratis pascuis silvis aquis et aliis almeindis,
im j. 1148,
Haltaus 19. qui almeindam praeter voluntatem civitatis sibi attraxerant,
im j. 1277,
das. 18. compascuum almeinda,
im j. 1207,
Haupts zeitschr. 8,392. vgl. daselbst noch mehr beispiele. quicunque extraneus vult habere communionem, quæ vulgariter almeinde dicitur,
im j. 1239,
Gr. w. 3,343. am gewöhnlichsten ist die form almende, alment. licebit etiam fratribus tondere fenum in
almenda villae eodem jure, quod licitum est villanis,
im j. 1268,
bei Haltaus 18. dyselben leut walt weide wasser und all almend genutzet vnd genossen haben bitz auf disen heutigen tag
das. 19. es soll ouch kein pfaff noch geistlich person die strassen vnd almenden furbas nicht vberbawen
ebenda. de locis communibus, quod dicitur
mende ebenda. darnach brach man den herren ire drinkestuben abe, die do waren gebuwen uf die almende
Clos. chron. 102. allmend
Gr. w. 1,398 u. ö. item die wilden diere seint in den güetern der herren, oder in niemans güetern; seint sie in niemans güetern, sondern in der
alment, so seint sie des der sie fahet
bei Scherz 28. ganz verderbt almunde und almuth bei Scherz 29. —
vgl. noch Schmeller 2, 588. RA. 498 u. besonders Frisch 1,19. a. fg., wo namentlich eine reihe composita angeführt sind.