Hauptquelle · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)
Aleander
Aleander , Sohn des armen Grafen von Leandro, erwarb sich schon als Jüngling den Ruhm ausgebreiteter Gelehrsamkeit, wurde Lehrer der Philologie in Venedig, in Paris, wo er die Weihen erhielt, in Orleans, dann Kanzler des Bischofs von Lüttich und Domherr an dessen Kathedrale. Leo X. machte ihn zum Bibliothekar am Vatican und schickte ihn 1520 als Nuntius nach Deutschland. Hier arbeitete er mit Einsicht und Kraft der Reformation entgegen, bekanntlich ohne wesentlichen Erfolg; er hielt auf dem Wormser Reichstage eine dreistündige Rede gegen Luther und soll auch dessen Achtserklärung verfaßt haben…