Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Ästhet
Ästhet
Ästhetik f. ‘Lehre von den angewandten Gesetzen der Schönheit’, geprägt von dem Philosophen A. G. Baumgarten und verbreitet durch sein Werk „Aesthetica“ (1750). Gebildet in Anlehnung an die Ausdrücke der griechischen Philosophie aisthētós (αἰσθητός) ‘wahrnehmbar’ und aisthētikós (αἰσθητικός) ‘der Wahrnehmung fähig’, die zu griech. aisthánesthai (αἰσθάνεσθαι) ‘durch die Sinne wahrnehmen, empfinden, fühlen’ (s. Anästhesie) gehören. Der neue Begriff, nach Baumgarten den Bereich der „Gesetze der sinnlichen und lebhaften Erkenntnis“ (1741) umfassend, bürgert sich rasch ein und wird noch im 18. Jh. fester Bestandteil der philosophischen Terminologie, mit jedoch unterschiedlicher Interpretation. – ästhetisch Adj. ‘geschmackvoll, schön’ (Mitte 18. Jh.), in philosophischen Schriften auch ‘den Gesetzen der Ästhetik entsprechend’. Erst das 20. Jh. kennt Ästhet m. ‘Mensch mit besonders stark ausgeprägtem Sinn für das Schöne’; möglicherweise haben hier gleichbed. frz. esthète, engl. aesthete (2. Hälfte 19. Jh.) als Vorbild gedient; vgl. griech. aisthētḗs (αἰσθητής) ‘wer empfindet, wahrnimmt’.