ABWEISE f. mhd. ab(e)wîse,
mnd. afwîse (
vgl. mhd. mnd. âwîse);
verbreitet frnhd. 1
vom normalen abweichende art und weise; selten als geistes- und gemütsverfassung, überwiegend als deren produkt, mit unterschiedlichen nuancen negativ wertend, verkehrtheit, unsitte, unfug, unsinn u. ä.; oft abweise treiben: ⟨1301/19⟩ mit solher abwîse (
var.: abeis) betriegen Ottokar
öst. reimchr., gl. 1312b MGH.z.j.1397 – 1400 sie
(geistliche) triben abwise also vil,/ minnen uns muͦter wib und swester
hist. volkslieder 1,166a L. 1423 wer hot .. je gehort, das ritter und knechte sich undirwinden tursten, zu dirkennen sachen, die bischove .. anegingen ... sulche abeweise were zu viel anzugeen deme grossen konige
livländ. urkb. I 5, 1000 B. ⟨n1481⟩ vnde vraghede wat dorheyt vnde affwyse dat were
in: Schiller/L.
mnd. wb. 1,44b. 1521 der baͤttel münch abwyß, so sie im predigen fuͤren ... welcher ..
(sie) raytzet, an dem raͤchen sy sich .. in offnem predigen Eberlin
1,56 HND. 1561
(könig:) laß hören uns die abweyß sein
(des Jonas)!/ ..
(Jonas:) in viertzig tag wirt untergahn/ Ninive ..
(könig:) .. drol dich .. mit deinem tandt und phantasey! Sachs
11,88 LV. 1575 das die fuͤrgetragene materi nicht so naͤrrisch vnnd auß der abweiß geschaffen, wie die vberschrifft moͤcht vielleicht fuͤrwenden Fischart
geschichtklitterung 22 HND. ⟨v1605⟩ ich muß mir gleich der abweiß lachn,/ daß ich sol kluger sein, als jr Ayrer
d. ä.
5,2932 LV. ⟨1623⟩ afwise, awise don
insolescere, in: Schiller/L.
mnd. wb. 1,137a. —
öfters seine abweise mit jmdm. treiben
jmdn. zum narren halten, zur zielscheibe von spott, albernheiten machen: ⟨1490⟩ sie sprach: „vnd pleet euch nit der pauch/ alhie von disser hoffespeiß?“/ sie triben alle yr abweiß/ wol mit dem pfarrer an dem tisch Frankfurter
pfarrer 72 HND. ⟨1557⟩ die jungen nunnen .. mit ihm
(gärtner) begunden zuschertzen und ir abweiß (
var.: fatzwerck) mit ihm zutreiben Montanus
schwankb. 58 LV. ⟨v1566⟩
(die männer) von uns
(frauen) .. sprechen: ‘den jungen sol man wol thuͦn und die alten gehn lohn, ..’ solch ihr abweis unnd gespoͤt sie mit uns treiben
ebd. 370. 2
irresein, geistesgestörtheit: 1385/95 do bewisede sik .. grot iamer in afwise der lude ..: se sprunghen unde weren vrolik tor tyd, mer wan en dat vorgink, so vullen se to der erden alse dode lude
lüb. chr. 1,302 G. 1472
mania .. ab wise Diefenbach
gl. 346c. ⟨v1605⟩ das man sein
(angebl. geisteskrankes) weib beschwer
(bespreche),/ daß sie von jr abweiß auffhör Ayrer
d. ä.
4,2661 LV.Adelberg