Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)
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ABKÜNDEN vb. 1 absagen. a üblich zuerst in der bekanntgabe eines fehdeverhältnisses an nur mittelbar beteiligte: 1380 ich bin viende .. Ulrichs zu Hanauwe und kunden uch abe waz ir teyls o. gemeyns mit yme habt daz ir daz mit ime teilet in: Diefenbach/W. wb. 10. 1387 daß ich eyne uffinbar fyentschaft hatte mit den von Francford und den von Frideberg darzcuͦ abegekunt hatte, alz deß landis gewonheit ist urkb. Friedberg 1,366 F. ⟨1435⟩ so vordern vnd kunden wir uch abe mit disem offenn brieffe, was ir .. gemeins mit den vorgenanten .. hand, .. das ir das von in sundernt in: Sattler Würtenb. graven 3(1767)2,103. — die sich in den voranstehenden belegen entwickelnde auffassung ‘verlangen, daß etwas (gemeinschaft mit dem eigentlich befehdeten) unterbleibe’ kann in anderem zusammenhang deutlicher hervortreten, ‘eine handlung untersagen’: ⟨1558⟩ ich mag .. ain sprachhauß machen wider deinen willen, vnnd ob du mir abkündest oder vndersagest ainen newen baw zemachen, so mag ich sollichs abkünden oder vndersagen wol verachten Pegius dienstbarkhaiten (1559) 111b. b (den inhalt einer vereinbarung, einen rechtsgegenstand o. ä.) durch kundmachung förmlich aufheben, aufkündigen jmdm. absagen (s. a. abkündigen 2): u1400 (wer) húser oder laden verlichen .. wil, .. mag .. dem andern vor sant Joͤrgen tag das wol wider abkúnden oberrhein. stadtrechte 2,2,108. ⟨z.j.1474⟩ der herholt .., der hat im (dem verurteilten) die ritterschaft genomen, man hats im dun abkunden hist. volkslieder 2,35 L. 1479 ain ordnung .. die .. truwlich gehalten werden soll, bis uff unser abkünden württ. ländl. rechtsqu. 2,700 W. ⟨1490⟩ (die wachen stehen, bis) in durch die burgermaister abgekundet wirdet (Augsb.) chr. dt. städte 25,347. 1499 er vßschlecht die hochzit er abkundt dem tochter man Terentius 9a. n1521 so wirt im (soldat) der solt abkundt pilgerreisen 379 R./M. 1525 (die bauern) hand .. denselben iren eid abgekunt bauernkrieg, aktenbd. 272 F. 1530 man hat uf heut .. alle stende .. uf das hus bescheiden .. als aber ir etlich doruf kummen, ist inen wider abkündt worden urk. u. akten Strassb. II 1,511. 1535 haben .. die von Stutgarten .. dem salve priester, weil man sein nit mer bedörft, abgekündt württ. geschichtsqu. 22,61. 1537 so ein fürgeladner zeüg abkündt, das er nit erscheinen moͤg Hug rhetorica 82b. ⟨z.j.1560⟩ (jetzt) hat man den armen leuten, so ain e. rat die laib brot wochenlich geben lassen, abkindt (Augsb.) chr. dt. städte 33,64. 1579 (ein) knecht oder magd .. soll schuldig sein, da sie in ihren diensten nit lenger bleiben wöllen, dasselb ein vierteil jars zuvor abzukünden oberrhein. stadtrechte 1,1119. 1609 biß so lang ihn (regenten) die regierung abgekündet vnd Carl gekrönet worden Dilich beschr. 1,157. hs.17.jh. und wurd auch demselbigen (rechtsverletzer) .. abkundt alle freiheit und geniessung der gmain öst. weist. 4,59. 1747 wann einer .. eine schuld .. begehrte einzuziehen, so soll er seinem schuldner ein halb jahr zu vor .. abkünden landb. Appenzell-Ausserroden (1828)61. ⟨1766⟩ wann ihnen (nutzern von gemeindeland) durch die dorfmairn wieder abgekündet wird öst. weist. 4,196. noch schweiz. id. 3,356 f. — freier: 1521 das (man) .. laͤse .. die .. ewangelisten ... vnd soll im selbs niemand abkünden noͤtigen verstand Eberlin 1,164 HND. ⟨1524⟩ welcher under üch nit abkündet oder verschetzt alles, das er besitzt, der mag nit min junger sin (renuntiat, Luc. 14,33) Zwingli 3,375 E./F. 1544 (Christus, der) uns die seligkeit so dürr abgekündet hat Luther w. 52,348 W. 1549 stast du nit ab von diner sündt/ so ist dir ß’himmelrych abkündt Aal Johannes 125 HND. 1572 dàs wir aller gotloshait uͦnt gleisnerei abkundende, dir .. dinen Schede psalmen 195 HND. in festen wendungen, den frieden abkünden (vor ausbruch des kampfes) ⟨1490/1500⟩ am montag .. ward der frid ab kündet (Augsb.) chr. dt. städte 22,527. 1548 (er) habe den Galliern auff jr vnzimlich anmuͦten den friden abkündt Stumpf chr. 1,115a. – den dienst: u1490 mogen sie ew solhen denst .. wider abkünden bayer. rechtsqu. 2,481 ak. 1552 alle dienst .. abkünden und ufsagen in: Christoph v. Wirtemberg brw. 1,401 E. – das leben: 1509 do kundt man jn (den verurteilten) das leben ab./das feür solt werden hie ir grab Murner 1,1,148 Sch. ⟨v1697⟩ nicht iede krankheit kömt das leben abzukünden Grob epigr. 211 LV. 1723 da man ihm (einem gefangenen) das leben abkündet discourse d. mahlern 4,62. – einen tag (verhandlungstermin) ⟨1526⟩ das ewer fursichtigkait den angesatzten stettag .. widerumb abkundten urk. u. akten Strassb. II 1,254. 1537 als einer (wegen krankheit) dem schultheissen einen rechttag abkündt Hug rhetorica 66b. 1617 es ist aber der (gerichts-) tag kaum aussgeschriben .. (da hat man) den tag abgekündet Kepler br. 2,93 C./D. – das bürgerrecht: u1530 uf 13 tag abrellen beruͦftend unser herrn al ir ußburger und kuntend inen das burgrecht ab Watt 2,367 G. 1727 württ. ländl. rechtsqu. 2,75 W. – die freundschaft: ⟨1533⟩ den Etoliern die geselschafft vnd freündtschafft ab zukünden Livius (1551)1,308a. 1535 Boner Herodot 39a. ⟨1562⟩ die freundtschafft sey fuͤr gnug abgekuͤndt zu halten (vor kriegsbeginn) Müntzer Livius (1584) pp 2a. – die heirat abkünden ‘das heiratsversprechen zurücknehmen’ 1535 hat jm der keyser .. den heurath auch widder abgekundt Micyllus Tacitus 170a. ⟨v1605⟩ jhr genaden/ .. künden euch die heürat ab,/ (weil) .. eur tochter nicht frum von ehrn sey Ayrer d. ä. 3,2103 LV. 2 nur vereinzelt wie abkündigen 1 ‘verkünden’: ⟨z.j.1514⟩ (hierher?) der (verurteilte) gieng aus (zur richtstätte) als ain viech, weder beicht noch bericht, ungessen und untruncken von abkünden seins rechttags (Augsb.) chr. dt. städte 29,19. 1565 dasselb auch uff allen predigstoelen abgekundet werden soll Wrede altköln. sprachschatz 24b.H. Schmidt
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
NeuhochdeutschAbkündenv., trs.
Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege
✱ △ Abkünden , v. trs. so viel als das gewöhnlichere und gemeinere abkündigen. S. d. Das Abkünden. Die Abkündung.
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Komposita & Ableitungen mit abkuenden
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Cotta, M. (2026). „abkuenden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/abkuenden/dwb2
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Cotta, Marcel. „abkuenden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/abkuenden/dwb2. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „abkuenden". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/abkuenden/dwb2.
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