Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
abe nagen stV.
2 ‘etw. (Zähne) durch Nagen abnutzen’
1 ‘etw. nagend ablösen, etw. abnagen’ der wurm, der da den boͮm abkifte und in abnuͦch dc er dorrot PrSchw 2,104; daz gebeine [...] daz gap ouch sô durren schîn, / als ob ez nie hiet fleisch getragen, / sô gar was ez [von Heuschrecken] ab genagen Ottok 96125; wer trüege ein gift in sînem magen, / diu im daz herze wölte abe nagen Renner 14264; daz si [Maus] den strick ab genuck / und den lewen ledick lie ErzIII 87,24. – med., eine Wirkung von Heilmitteln bezeichnend: [Weinstein als Salbe angewendet] hat di kraft daz er daz fule. vnde daz rote uleisch abneget an den wunden. vnde di blatern di uzsetzigen hant an dem antluze SalArz 92,3; ähnl. vom Kraut Nieswurz: daz ez wildez [wucherndes] flaisch abnegt BdN 399,28 2 ‘etw. (Zähne) durch Nagen abnutzen’ die zene waren v̀ber al / scherttet [schartig] vnd ab genagen Krone 19689
MWB 1 37,33; Bearbeiter: Plate