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Abd ul Hamid

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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Abd ul Hamid

Bd. 1, Sp. 22
Abd ul Hamid, 1) A. 1., 27. Sultan der Osmanen, geb. 20. Mai 1725, gest. 7. April 1789, Sohn Ahmeds III., folgte 21. Jan. 1774 seinem Bruder Mustafa III. zu einer Zeit, wo das hinfällige Reich in der größten Verwirrung war. Die Statthalter von Syrien, Ägypten und Georgien waren fast unabhängig, und mit Rußland war die Pforte in einen unglücklichen Krieg verwickelt. Der am 21. Juli 1774 zu Kütschük Kainardschi abgeschlossene Friede verschaffte Rußland bedeutende Gebietserweiterungen am Schwarzen Meer. Die Krim, für unabhängig erklärt, wurde 1783 von Rußland genommen, und die Pforte mußte dies 1784 bestätigen. Auch mehrere Paschas empörten sich; doch wurde Scheich Tahir 1775 in Syrien getötet und die aufrührerischen Mameluckenbeis in Ägypten 1786 vorübergehend gebändigt. Gegen das mit Österreich verbündete Rußland erklärte 1787 A., der sein Heer durch französische Offiziere hatte reorganisieren lassen, den Krieg; dieser begann mit den Niederlagen der türkischen Flotte auf der Höhe von Kinburn (7. und 17. Juni 1788) und der Eroberung von Otschakow durch Potemkin (17. Dez.). 1784 soll A. die ihm vom Dei von Algier geschenkte, vorher durch Seeräuber bei ihrer Heimkehr aus Nantes geraubte Aimée Dubuc de Rivery aus Martinique heimgeführt haben (s. Mahmud II.); sein Nachfolger war sein Neffe Selim III. Vgl. Aßim Tarichi, A history of Abdul Hamed and Selim III. (Konstantin. 1867, 2 Bde.). 2) A. II., der 34. türk. Sultan, zweiter Sohn Abdul Medschids, geb. 22. Sept. 1842, ward 31. Aug. 1876, nachdem sein älterer Bruder, Sultan Murad V., als wahnsinnig abgesetzt worden war, auf den Thron erhoben. Anfangs unter dem Einfluß der Reformpartei Midhat Paschas, gab A. 23. Dez. 1876 dem osmanischen Reich eine konstitutionelle Verfassung nach dem Entwurfe vom 1. Juni, lehnte aber die Einmischung der Großmächte in die türkischen Verhältnisse ab. Nach Midhats Entlassung (5. Febr. 1877) verfiel A. in den Fehler seiner Vorgänger, die Regierung nach Laune oder den Eingebungen mächtiger Günstlinge, wie seines Schwagers Mahmud Damad Pascha, zu leiten. Die Folgen waren während des Krieges mit Rußland (1877–78) öfterer Wechsel der Feldherren und des Kriegsplans und willkürliches Eingreifen des Palastes in die Kriegsoperationen, danach fortwährendes Schwanken in der Politik und wiederholte Ministerwechsel, wodurch weitere Verluste außer den im Berliner Frieden der Türkei auferlegten Abtretungen verursacht, im Innern die Finanznot und die Zerrüttung sehr gesteigert wurden. Erst 1881 begann A., von dem Einfluß der Günstlinge befreit, mit Hilfe deutscher Beamten die Reform der Finanzen und nahm selbst die Leitung der auswärtigen Politik in die Hand, um seinen Einfluß als Kalif in Westasien und Nordafrika zu vergrößern. Dabei erlitt er eigentlich nur 1882 in Ägypten eine Niederlage. Vgl. Le Jeune, Comment on sauve un empire. Le sultan A. et son œuvre (2. Aufl., Par. 1894); Frémont, A. et son règne (das. 1895); Hecquard, La Turquie sous A. II (Brüssel 1900); Dorys, A. intime (Par. 1901; deutsch, Münch. 1902); B. Stern, A. II. (Budapest 1901).
3071 Zeichen · 72 Sätze

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abdulhamid

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Abdulhamid , Sultan, Sohn Achmed III., geb. 1725. In seinem 6. Jahre sah er seinen Vater abgesetzt und gefangen; er thei…

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Cotta, M. (2026). „abdulhamid". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/abdulhamid/meyers
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Cotta, Marcel. „abdulhamid". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/abdulhamid/meyers. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „abdulhamid". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/abdulhamid/meyers.
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