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schuohe

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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

schuohe swM.

Bd. MWB 2 1187, Sp. 26
schuohe swM. auch umgelautet hent-; sw. Sg. Akk.: hantschuͦn Rol 1417 (La.); hentschen Karlmeinet A441,2. A441,7; sw. Pl. Akk.: hantzgin Athis C* 74; hantschuͦn UrkCorp (WMU) 51,37; hantschen Pass III 531,52; hanzckin PfzdHech 218,30; hentschen Elis 860. – vereinzelt auch mit Anlehnung an schœne: die hantschoͤne Priesterl 709 (Pl. Nom.; vgl. Anm.z.St.). – ‘Handschuh’ 1 allg.
2 Teil der Rüstung
3 symbolisch (vgl. 2 HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper, Handschuh)
3.1 als Botenzeichen
3.2 bei der Übertragung des Lehens, Eigentums
3.3 als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes
3.4 als Pfand für Erfüllung von Pflichten
4 als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl. Schwineköper, Handschuh, S. 105-112)
   1 allg.: zwêne wullene hantschû und ein mistgrape ist des tageworchten bûze, sîn weregelt ist ein bark vol weizes von zwelf rûten SSp (W) 3:45,8; man gap in dô ze lône / hantschuoch alsô niuwe EnikWchr 12947; sie wirken sîdîn gewant oder wullînz [...] gewant oder schuohe oder hentschuohe PrBerth 1:146,7; er [...] hete hantschen an Pass III 531,52; dünne hirzhiute / sint ze hantschouhen guot, / der dem leder rehte tuot Quodlibet (W) 1160,24; ciroteca: hentschuͦch, henscha VocOpt 22.004; da waz diu hant, diu da haizet der gotez sun. diu waz bedechet mit dem häntschuͦhe der menschhait PrSchw 1,158. 1,159; von dem magischen Handschuh für die Tugendprobe: Krone 23092. 23104 u.ö. – als Teil weiblicher Accessoires, als Schmuckstück (auch der Männer): hantschuohe von sîden wol geworht / ich [als Königin Venus verkleidet] fuort UvLFrd 166,29; snüer unde kleine hüllen, / hentschuohe, borten, stûchen, / die vrouwen solten brûchen, / hiez er dar în [in die Reisekisten] gewinnen KvWTroj 27487. 28299; ir hentschen si niht ane endet Elis 860; ir hantzgin an gestrichen Athis C* 74; die handschûch wol ginæt / ziehent si [Pfaffendirnen] an mit vlîzzen; / [...] si biginnent sich vaste brîsen; / die hantschoͤne! unt die spiegel!: / ûf einen itniwen friedel / stêt aller ir gedinge Priesterl 704; zwêne niuwe hantschuoh er [beim Tanz] unz ûf den ellenbogen zôch Neidh WL 24:10,5; dez siht man suͥ [ die minner ] dike tragen: / von golde schoͤne vingerlin, / [...] hentschvͦhe wisse, / ir guͥrtel vnd ir seckelin / von siden svnt gemachet sin JvKonstanz 492; da sind inne ir hantschuech weis, / dew perlein und dew portlein / sullen auch in der lad sein, / da sy sich mit solde / so sy hochfertig wesen wolde, / ziren und auf machen HvBurg 5468. – im Zusammenhang mit Etikette und Bekleidungvorschriften: swâ man dinget bî kunges banne, dâr en sal noch schephen noch richter kappen an haben noch hût noch hûtechîn [...] noch hantschû SSp (W) 3:69,1; hantschuch, swert, mantel, hut / treit er [der ungezogene Knabe] bi gesten und bi kunden Jüngl 724; sît er [Bauer] zem phluog ist erkorn, / sô gieng er billîch âne sporn / und underm huot ân hærîn tuoch, / für Venedier hantschuoch / trüeg er hendlinge baz Helbl 2,68. – als Teil der liturg. Bekleidung: jr [der Bischöfe] hantschuhe sint geflohten [d.h. aus nahtlosem Gewebe] Lucid 91,8    2 Teil der Rüstung: zwêne hantschuohe des selben [der selben Machart] dran [(waren) am Waffenrock] Wh 406,11; zwên hantschuoch stechlîn EnikWchr 9856; zwên hantschuoch wol geschicket, / mit îsen underspicket Helbl 2,1229; an beidin hendin sin / trug he hanzckin iserin PfzdHech 218,30; an den henden sullen si [beim Zweikampf] niht wan dünne hantschuohe hân SSpAug 175,17; SpdtL 175,15; UrkCorp (WMU) 51,37; ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier, pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt ebd. 737,11; ez sol niemant [...] bey der nacht chainerlay waffen nicht tragen, weder pantzier, hantschuͦch noch hauben, newr des richters knecht StRMünch 384,20    3 symbolisch (vgl. 2HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper, Handschuh)    3.1 als Botenzeichen: der kaiser bot ime ie den hantscuch [La. hantschuͦn ] Rol 1417. 1430. 1435; StrKarl 2024. 2039. 2042; den hentschen hey eme do reckde Karlmeinet A441,2. A441,7; werbet mîne botschaft / ze Marsilien [...]. / füeret im disen hantschuoch dar StrKarl 8681 (vgl. Rol 7244); hantschuohe wîze / hêt er an den henden Wig 1428; UvZLanz 2599; [ein Engel zu Karl:] nu nim ouch disen hantschuoch / und stôz den an dîne hant StrKarl 382    3.2 bei der Übertragung des Lehens, Eigentums: ez sulnt ouch sin erben diz selbe guͦt nach sime tode nuͦnt [= niuwan ] mit zwain wissen handschuͦhen enphahen unde niht anders UrkRottw 23 (a. 1300); [sie] gab in daz [ wînwahs ] vf mit eim hentschuͦ, ledeklich vnd frilich mit allem rehte UrkWürzb 40,Praef. 7 (a. 1336); daz ich die eigenschaft, die ich hatte an disen nachgeschribnen lüten und an der geburt, so von inen kumet [...] han ufgeben uf den fronalter der vorgenanden chilchen Zürich mit minem hantschuo, also das ich mir selben nicht behaben han wan die vogtei über die lüte und über ir nachkomen, die in miner vogtei wonhaft sint ald werdent SchweizId 8,468 (ZGrossmünster; a.1314); DRW 5,129 (Bluntschli, ZürichRG.; a. 1327). – für das Leben als Lehen Gottes: den hantschuͦch er [der totwunde Roland] abe zoch, / in gegen dem himel er in bot; / den nam der urone bote uon siner hant Rol 6889    3.3 als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes: nieman en mûz cheinen markt noch munze erheben âne des richtêres willen, in des gerichte ez ligt. ouch sal der kung sînen hantschû durch recht dar zû senden, zû bewîsene, daz ez sîn wille sie SSp (W) 2:26,4 (nach Ausweis der Ssp.-Bilderhss. hängt der Handschuh an einem Marktkreuz, vgl. 2HRG 2,750); SpdtL (E) Ldr 132,1; SchwSp 90a    3.4 als Pfand für Erfüllung von Pflichten: – beim Ehegelöbnis: da ein fri swebenne ewet ain swab, der ist ain fri man, da moͮz er im siben hantscoͮhe han: mit ten git er siben wete nach dem swabeschen rehte. [...] div wete elliu, diu niemet diu froͮwe unde dir voget Trauformel 3. – beim gerichtl. Zweikampf: sînen hantschuoch zôher abe; / er bôt in Môrolde dar Tr 6454; ‘her konig, des wil ich vollen sprechen’, sprach Banin, ‘des geben ich uch mynen hentschuch, das ich es wil bezugen off synen lip mit dem mynen das ich han gesehen und gehort das er synen gerechten herren verriet.’ Lanc 11,4 (vgl. Steinhoff, Lanc. S. 802f.); das ir ytwiedder synen hantschuch gab Claudas in syn hant zu eim urkund das sie beyd fechten wolten ebd. 11,17; und gab dem konig einen hantschuch in die hant und sprach, er wolt selb fechten ebd. 24,19    4 als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl. Schwineköper, Handschuh, S. 105-112): da wider sol man den, die div lehen hant, gen von eime ganzen lehen eine wannvn vnd zwene hentschvͦhe [...] ze sant Martins mes UrkCorp (WMU) 383,14. 1944,9. 2219,9. N815,26; umb einen jerlichen zins zwier weisser hantschuhe UrkBern 5,664 (a. 1328); SchweizId 8,467 (a.1332; Z.). 8,467 (a.1341; AJahn 1857). 8,467 (a.1344; LBer); do wart ertailt [...], das der selb Uolrich von Ainwile dem vorg. waibel, an mines vorg. des abtes stat von S. Gallen, vor gericht mit zwain hantschuohen dienoti, das tet ouch der selb Uolrich und dienot vor gericht GrimmRA 1,211 (a. 1341). – für die Zollfreiheit: daz dieselben burger ze Muͤnchen soͤllen in unser stat ze Nuͤrenberg zolfrei sein gelicher wize als unser burger, [...] daz ze ainen urkuͤnde derselben gnade alleu jar der erste burger von Muͤnchen, der nach sant Michels tage in unser stat ze Nuͤrenberg koͤmet, ze ainer present geben soͤlle dem zolner ain pfunt pfeffers und zwen wizze hantschuche und ein wizzes stebelin StRMünch 108,14

MWB 2 1187,26; Bearbeiter: Tao

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schuoheswM.

    Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

    -schuohe swM. auch umgelautet hent-; sw. Sg. Akk.: hantschuͦn Rol 1417 (La.); hentschen Karlmeinet A441,2. A441,7; sw. P…

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Cotta, M. (2026). „-schuohe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/-schuohe/mwb?formid=68547000
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Cotta, Marcel. „-schuohe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/-schuohe/mwb?formid=68547000. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „-schuohe". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/-schuohe/mwb?formid=68547000.
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