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zerlassen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zerlassen verb.

Bd. 31, Sp. 714
zerlassen, verb., ahd. za(r)-, zilâzan, as. telâtan, mhd. ze(r)lâzen, -lân, mnld. telaten; tritt im as. intrans. in der bedeutung des reflexiven gebrauches (s. unt. 2) auf, sich zertheilen, sich zerstreuen: so tilet thiu luft an twe Heliand 3144; 2899; auch 391; im übrigen gilt nur trans. oder refl. construction; 1) trans. auseinander lassen, a) im sinne von α) schmelzen: zelâzet sie (die schloszen; liquefaciet ea) Notker ps. 147, 18; mhd. wb. 1, 952b; Lexer 3, 1072; Jelinek 984; dem si z. golt in seinen hals gussen U. Füeterer bayer. chr. 5 Sp.; ein bley zerlahn Paracelsus op. (1616) 1, 114a H.; salb den kropf ... mit zerlasznem speck, darinnen bachbungen und klettenkraut gesotten Gäbelkover arzneib. 1, 165; z-e butter Amaranthes frauenz.-lex. 20; vielfach lexikalisch bezeugt: Frisius 247a; 210b; 774b; Maaler 515b; Bas. Faber 622b; Schöpper syn. 81b Sch.-K.; Stieler 1077; usw.; bes. sprachliche verbindungen: dieses alles unter einander auf einem sanften kohlfeuer zu einer salben z. Mart. Böhme roszarznei (1618) 42; zulasz es mit eynander Sebiz feldbau 154; wan man das golt mit dem feüwer zerlath Seb. Münster cosm. 8; bey dem feuer z. H. Braunschweig chir. 97b; am feuer z. Schwan 2, 1099a, woneben modern auch über dem feuer z. gebräuchlich ist. erhalten hat sich z. in der einschränkung auf butter, schmalz, während für speck auslassen, ausbraten bevorzugt und von erzen allein noch schmelzen gesagt wird; vgl. zerlassung. in den mdaa. ist z. gleichfalls unbeliebt mit ausnahme etwa der beharrsamen bair. (s. Schmeller-Fr. 1, 1511); β) lösen: zerlasz den zucker in melissenwasser Gäbelkover arzneib. 1, 17; mit zerlasznem kalch Guarinonius greuel 497; veraltet, doch noch: die farben sind ... in wasser z. Winckelmann s. w. 3, 254; auch für mischen noch: jedesmal ward ungefähr zwei loth solcher fleischbrühe auf den mann darin (in gekochten erbsen) z. J. G. Forster s. schr. 1, 25; γ) bildlich nach zerflieszen 2 vom herzen: ein blauAeugiges mAedchen ... hat das eiskalte herz ihres freundes in empfindungen z. Th. Abbt verm. w. 3, 102; aber ungewöhnlich und wohl verlassen 5 (th. 12, 1, 729) gleich: wee den z-en hertzen, welche gott nicht glauben O. Brunfels pandektenbüchl. (1528) 46a; schlieszlich gut verständlich: das weib von lieb verwund, in lauter zAehr zerlassen Spee trutznachtig. (1649) 54; b) für auseinander ziehen lassen, ehen lassen, α) entlassen: do der keyser tzulies sin her herzog Ernst D 1561; cod. dipl. Lusat. sup. 2, 410; β) fallen, gleiten lassen, öffnen, aufthun: zilazet iuwaru nezziu zi fahenne (Luk. 5, 4; laxate: werfet ... aus Luther) Tatian 19, 6; ausbreiten, entfalten, z. b. flügel: Hiob 14495 K.; hände: Jes. 35, 3 erste bib. 8, 442; er ... zerliesz den rok ob dem herzen und liesz in das herzenkleinet sehen Seuse d. schr. 143 B.; sogar noch bei Gutzkow: z-e strohbündel ges. w. 1, 170; zerlegen: und zerliesz man etlich buchszen, dasz man si nit gfuoeren kond uf karren J. v. Watt 1, 554; s. hierzu schweiz. id. 3, 1410; 2) refl. (wie 1), a α) mhd. sehr geläufig; vgl.: sô die sunne ûfgât, alzehant er (der flusz) sich zelât (thaut auf) Ulrich v. Eschenbach Alexander 26 434; das eys zerläszt sich durch die wAerme Stieler 1077; nahe steht die beziehung auf einen körperschaden: der ... schaden (des pferdes) zerlAest sich J. Walther pferde- u. viehzucht 62; b α) sich zerstreuen, sich verlaufen: Wirnt v. Gravenberg Wigalois 3135; also zerlies sich alls volk U. Füetrer bayer. chron. 192 Sp.; J. v. Watt 1, 498; von versammlungen, festen, zeitabschnitten auseinandergehn, sich enden: dô diu hôchzît sich zelie Rudolf v. Ems gute Gerhard 5104; nachdem sich ... derselb tag ... z. urk. z. gesch. Maximilians I. 176 Ch.; β) sich öffnen: des morgens, sô sie (die rose) sich zerlât Ulrich v. Eschenbach Alexander 19 169; sich ausbreiten, z. b. wurzeln: Hiob 2956 K.; sich auflösen: und zerliesze sich das schiff ..., dasz ein trum dahin, das andere dorthin ... ausgeschwummen Jan Rebhu weltkucker 4, 6; — andere zss.: ab-, an-, auf-, aus-, be-, ein-, ent-, er-, nach-, über-, unter-, ver-, vor-, zulassen. — zu 1 a) zerlassung, f.: W. Serlin beob. (1672) 1, 194; die liquation oder z. (im gegensatz zur fusion oder schmelzung von metallen und mineralien), welche eigentlich nur fr das fette der thiere, das wachs ... gehOeret und durch ein geringes feuer geschiehet Noel Chomel 2, 1230.
4421 Zeichen · 150 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zerlassen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Zerlassen , verb. irregul. act. (S. Adelung Lassen ,) zerfließen lassen, d. i. schmelzen. Wachs, Talg, Bley u. s. f. zer…

  2. modern
    Dialekt
    zerlassen

    Rheinisches Wb.

    zer-lassen: Fett, Butter udgl. z., auslassen, ausbraten Sieg , Bergh .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zerlassen

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Ableitung von zerlassen

zer- + lassen

zerlassen leitet sich vom Lemma lassen ab mit Präfix zer-.

Zerlegung von zerlassen 2 Komponenten

zer+lassen

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