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urasz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urasz n., m.

Bd. 24, Sp. 2371
urasz, n., m., verschmähte überbleibsel von speise und futter, reste und geringwerthiges überhaupt. norw. dial. orætta, schwed. oräte, n. oret; mnl. ooraete, orete; nl. ort; mnd. ort, nd. ort, ortels, urten; engl. ort, ortels, oughts. wort wie sache haben eigentlich immer auszerhalb des bereiches der schriftspr. gelegen; bei uns sind u. und seine wortsippe heute ausgesprochene mundartenwörter geblieben, nur von schriftstellern gebraucht, die der mundart nahestehen; das engl. hat ort(s) seit dem 15. jh. in der schriftspr. bewahrt. die hauptsächlichsten formen sind uras Fischer schwäb. wb. 6, 289; Loritza idiot. viennense 137; Schacherl Böhmerwald 41; Unger-Khull 611b; ures Schiepek Egerl. 277; uris Schmeller-Fr. 1, 134; urusz Unger-Khull 611b. bei stärkster betonung des präfixes wird die 2. silbe völlig entwerthet und schwindet: urz, uirz, urze, orz Bühler Davos 1, 285; 2, 17; Schuller 68; Andreä Erfurter wörter sprachwart 1, 379; Reinwald 1, 114; Regel Ruhla 275; Hertel 176; Wegeler Coblenz 89; Schmidt Westerwald 286; Gangler Luxemburg 461; Haltrich 49b; Kramer Bistritz 137; ursch, urse, ursi Staub-Tobler 1, 469; Loritza 137; ursche Weinhold schles. 102b; diminutivbildungen urzel, ürzchen, örzchen, urresjen, urresjer Frommann 6, 20 (Eifel); Wegeler 89; Vilmar 426; Christa Trier 209. beliebt ist collectiver plur.: urasse Staub-Tobler 1, 499; urasen Fischer schwäb. wb. 6, 289; urissen Schmeller-Fr. 1, 135; uräszen Schöpf 784; Hörmann Tiroler volksleben 4; urszen, ursini Staub-Tobler 1, 469; urzen, urbsen Follmann 522a; nrhein. ourtzen weisth. 4, 771 (1383); urzen, örtzen Haltrich 49b; Gangler 461; oreser Crecelius 853; orsze Tonnar-Evers Eupen 134a; urten, ürten Woeste westf. 282b; Leihener 128a; vgl. engl. orts. man erschlieszt ein ahd. *urâzi, mhd. *uræʒe Staub-Tobler 1, 469, ags. *oræt Murray 7, 1, 211c, germ. *uzâtion Falk-Torp 1411. die bed. des zu grunde liegenden verbums g. *uzitan, ahd. ureʒʒan, mhd. ureʒʒen wird als 'herausessen, vollständig zu ende essen, ausessen, zu essen aufhören aus überdrusz daran, eszbares wählerisch übriglassen' aufzufassen sein; ur- C 5; Diefenbach got. gl. 1, 103; Weinhold dialektforschung 117; schles. wb. 102b; Staub-Tobler 1, 469. bei urasz 'vielfrasz' mag ur- C 4 a, bei uräszig ur- C 3 gefühlt worden sein, da die bed. C 5 im sprachgefühl erloschen war: vom verstreuten heu, das vom vieh wählerisch verworfen, liechtmesztag heiter, nims uris auf die leiter Schmeller-Fr. 1, 134; das vom ausgelesenen übrigbleibende schlechte, werthlöse und nicht zu benutzende: es war nur noch der urz Andreä Erfurter wörter sprachwart 1, 379; bund stroh Frommann 4, 189; schütte stroh mit ausgefressenen halmen, die in der raufe gelegen hat Weinhold schles. 102b; kerngehäuse des obstes Staub-Tobler 1, 469; ausschusz, geringe ware ebda; reste beim tuchmachen Woeste westf. 282b, beim spinnen Fischer 6, 290; abfälle von scherben, steinen, holzstücken, die beim werfen der erde durch das sieb zurückbleiben ebda; urasen machen possen, unarten treiben ebda; orz gesindel Hertel Thüringer sprachschatz 176. literarische belege sind spärlich: armer lude vey up den hoff plach zu gain ind weyden dye ourtzen (1383) weisth. 4, 771; essen ... van der ortzen, die usz den pertzstellen gewoirpen werden 4, 778; zu der th. 5, 312 angeführten stelle der fastnsp. 2, 771, 9 hat R. Hildebrand zustimmend die conjectur von Petters: urasen statt vrasen nachgetragen, das sich aber rhythmisch dem verse nicht fügt (vgl. Göttinger beitr. 2, 23); mit ... rockenurschen (1590) schles. Frommans zeitschr. 4, 189; wie es mit den uraaszten (abfall vom viehfutter) standt quelle (1591) bei Fischer 6, 290; wann der vogel sein nest, der fuchs oder dachs seine höle zurichten wil, so trägt er ... reiser, äste, urasen, haar, stro ... zusammen quelle ebda.
3879 Zeichen · 79 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    uraszm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    urasz , m. , der vielfrasz Lexer Kärnten 10 . uräsz, f., das verwerfen Schmeller-Fr. 1, 134 ; nd. die orthe Woeste westf…

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urasz‑ als Erstglied (1 von 1)

uraszen

DWB

uraszen , -äszen , n. , fastidiose cibum capere, aliqua legendo, rejiciendo aliqua Prasch bei Schmeller-Fr. 1, 134 . die entwicklung der for…

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Cotta, M. (2026). „urasz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/urasz/dwb?formid=U13550
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Cotta, Marcel. „urasz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/urasz/dwb?formid=U13550. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „urasz". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/urasz/dwb?formid=U13550.
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