thörlich,
thorlich,
adj. und adv. einem thoren gemäsz, thöricht, mhd. tôrlich, tôrlîche (Lexer 2, 1467
und nachtr. 375). 11)
adj.: alle törliche menschen. Steinhöwel
Es. (1487) 67
b; lasz ab von deinem torlichen begeren.
Tristr. 66, 8
Pfaff; das törlich fürnemen wer beschehen ausz narheit. Meisterlin 152, 17; Job redet nichts torlichs wider
got. Keisersberg
pred. (1508) 7
a,
s. Hiob 1, 22; wenn du in der schrift sihest solche törliche gottes werk. Luther 4, 146
a; es ist eine vergebene thörliche arbeit.
br. 3, 359; vom thörlichen und nerrischen wort.
tischr. 67
a; narrechtige törliche dinge. Reuchlin
augensp. 11
a; wer hat köngklicher majestat ein so thörlichen rath gegeben? H. Sachs 12, 247, 24; sölch thörlich .. lieb wer grob. Schwarzenberg 131
b; dardurch sie beide zu thörlichem wesen kamen, ir hausz und ehr verloren.
buch d. l. 290
d; thörliche antwort geben. 304
d; einen thörlichen krieg füren.
kriegb. des fr. 157; das aller ärgiste und törlichste ist, dasz. Albertinus
der welt schaw- u. turnierplatz 125; die zucht ist ein thörlich ding. Logau 3,
zugabe 102
v. 154.
von neueren nur vereinzelt gebraucht, z. b.: liebe, thörlich wie ein kind. Haug
epigr. 2, 306; der jung ist thörlich und ich fürcht' ihn nicht. Schlegel
Richard III. 4, 2 (9, 145). 22)
adv., stolide, stulte, dementer, insipienter Maaler 401
a: wiewol torlichen etlich singent, ... Meisterlin 64, 15; du fragst torlicher dann ein kint.
fastn. sp. 225, 11; dorumb frogten sie törlich, ob. Keisersb.
post. 2, 85
b; ir hond torlich daran gethon. 2, 110
b; kind, katzen und hund brauchen den spiegel thörlich.
dreieckecht spiegel Aa 4
a; du hast thörlich gethan.
1 Mos. 31, 28.
1 Sam. 13, 13; das sie so törlich handeln.
Jer. 20, 11; ich mus thörlich reden. Luther 8, 172
b.
tischr. 325
a; du hast torlich und unrecht tan. Aventin. 4, 236, 15; ir ... tuet törlich, das ir auf uns .. Teutschen zeucht. 387, 16; ach, du hast gantz thörlich gethan, das du vertrawt hast diesem man. H. Sachs 14, 162, 31. 17, 392, 33; du muszt selber bekennen, dasz du thörlich gethan, dich gegen so viel tausenden einzulassen.
buch d. liebe 221
a, thörlichen 277
d; ich hette thörlich gethan, dasz. Götz v. Berl. 110
neudruck; weil er handelt gar so thörlich. Ayrer 3135, 3; (
der) thut thörlich, wer den farben (
der schminke der frauen) trawet. Logau 1, 4, 94.
auch adjectivisch gebraucht: es sei ein mensch wie thörlichen er wöl, so wil er dannocht kein nar sein. Keisersb.
narrenschiff (1520) 14
a.