lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

strohfiedel

nhd. bis Lex. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
1

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strohfiedel f.

Bd. 19, Sp. 1659
strohfiedel, f., volkstümliche bezeichnung für das xylophon, auch holzharmonika, hölzernes gelächter, s. gr. Brockhaus 1520, 506; engl. strawfiddle, vgl. nl. strooviool: crotalum, barbitum ein strofeddel Trochus voc. rer. (1517) L 4a; lignea craticula ein strohfidel Orsäus nomencl. meth. (1623) 210; organum pastoritium Stieler stammb. (1691) 490; baurenfidel, strohfidel ribecca Kramer t.-ital. 1 (1700) 368c; ein musicalisches instrument, welches aus 17 viereckichten stöcken von buchen-, ahorn- oder anderm wohl ausgetrocknetem holtze besteht Noel Chomel, öcon.-physic. lex. (1750) 8, 1732; ein unbedeutendes musikalisches werkzeug, welches aus dünnen hölzern bestehet, die, wenn sie auf gebundenes stroh gelegt werden, einigen klang von sich geben, wenn man mit kleinen hämmern darauf schlägt Adelung 4 (1780) 833; Campe 4 (1810) 717. die mit einfachen mitteln herstellbare strohfiedel fand in früherer zeit als primitiv-volkstümliches musikinstrument weitere verbreitung (als herkunftsland wird Flandern genannt, music. lex. [1749] 366); wort und sache scheinen im 16. und 17. jh. besonders im ostmd. gebräuchlich gewesen zu sein: und ist fast so ein spil wie mit der strohefidel, so man viel in Diringen gebrauchet Lubenau beschr. d. reisen 2, 25 Sahm; der gAertner konnte ein wenig auf dem hOeltzernen gelechter oder wie mans in Sachsen heisset, auf der strohfidel (aufspielen) Zendorius winternächte (1682) 89. in den meisten zeugnissen ist eine gewisse geringschätzung dieses oft der volksbelustigung dienenden instruments zu erkennen: nos laudamus deum mit strohfiddeln, tauben schellen vnd kue schellen Luther tischr. 2, 169 W.; dann welche got vormeynen nach ... erdichten weysen zuo loben, ... die seyn nit anderst den strofidelen, hltzen gelechter, fasznacht possen vnd spotter gottes W. Linck d. letzsten drey psalmen (1523) A 3a; weil sie von dem comitibus palatinis, so iede strohfiedel pro lyra Horatiana angenommen haben, ... unwrdigerweise zu esel- oder edel (wie mans heisst) gekrOenten poeten sind ernannt worden Chr. Gryphius helic. reichstag (1673) 122; wann einer die ungereimte verse hOeher als die andern halten wolte, were es eben, als wann einer einen strohfidel vor einer wollgestimmten geige den vorzug gebe Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 1, 569; (ein) pickelhering ..., welcher auff der strohfiedel geschlagen hat J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 189; die sachen (die Strauszwalzer) sind ohne spur von genie; ein ... zusammenwirken aller möglichen hascheffecte. denkt man sie sich in einem hell erleuchteten Wiener tanzsaale, ... so mag dies schlittengeläute, ... die nachtigallflöte und die strohfiedel sich ganz amüsant machen Immermann w. 19, 127 Hempel. in anlehnung an die redensart alte leier: der papisten alte strohfiedel vnd logica Rinckhart christl. ritter 49 ndr. sinnbildlich für eine einfache, unkomplizierte ausdrucksweise: wenn ich mit meiner deutschen strohfiedel den reinen flüchtigen weltton unserer nachbarn nicht zu erreichen vermag Thümmel reise (1812) 5, 357. übertragen auch von einer schlecht klingenden geige: mein meister nahm die geige aus dem kasten; kaum strich er aber stimmens halber die saiten an, als der baron ... wie auszer sich schrie ... ich bitte euch um gottes willen, wie könnt ihr nur mit eurer erbärmlichen schnarrenden strohfiedel euer ganzes spiel verderben E. T. A. Hoffmann s. w. 8, 236 Gr.; die elendste bratsche und strohfidel schreit meines bedünkens lauter Jean Paul w. 7/10, 406 Hempel. so vielleicht auch schon qei Fischart (zur form vgl. 2strohfiedel): er awer trat har auff tem stro, hat ein strofitel an dem kropff, vnd spilet for sein vnmut to Fischart Garg. 44 ndr. mundartlich: 'bezeichnung einer futterstroh - schneidmaschine' Unger-Khull steir. 584b.
3786 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strohfiedel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Strohfiedel , plur. die -n, ein unbedeutendes musikalisches Werkzeug, welches aus dünnen Hölzern bestehet, die, wenn…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strohfiedel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Strohfiedel , Holz- und Strohinstrument, Hölzernes Gelächter, Gigelyra sind ältere Namen des als Xylophon in das moderne…

Verweisungsnetz

9 Knoten, 4 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 4 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strohfiedel

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von strohfiedel 2 Komponenten

stroh+fiedel

strohfiedel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — strohfiedel kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „strohfiedel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/strohfiedel/dwb?formid=S52479
MLA
Cotta, Marcel. „strohfiedel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/strohfiedel/dwb?formid=S52479. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „strohfiedel". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/strohfiedel/dwb?formid=S52479.
BibTeX
@misc{lautwandel_strohfiedel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„strohfiedel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/strohfiedel/dwb?formid=S52479},
  urldate      = {2026-05-14},
}