strobelig,
strobelicht,
adj. ,
struppig; von strobeln '
emporstehen'.
seit dem älteren nhd.; mundartlich heute noch weit verbreitet, meist strubelig, struwelig. 11)
eigentlich: wirr emporstehend, struppig, von den haaren und federn: wenn das pferd ein heisz trücken maul, und stroblechte haar hat Uffenbach
neuw roszb. (1603) 2, 120; der neid kann mit der schwärzesten galle, dem stroblichten haare nicht leugnen Bodmer
Bodmer nicht verkannt! 12, 99
lit.-denkm.; die kleine brut (
von kindern) mit den braunroten backen, dem gelben, strubbeligen haar und den groszen neugierigen augen Polenz
Grabenhäger (1898) 1, 52; sein haar stand so struwelig über den schläfen G. Freytag
ges. w. (1886) 6, 240; (
er hatte) einen nit fast rauhen, haarichten oder stroblichten bart Porta
physiognomy (1601) 216; schaut, wie stroblich seine (
des wildschweins) borsten Brockes
ird. vergnügen 6 (1740) 227; dagegen haben die Wallachen ... noch welche (
hühner) mit gesträubten und strobelichten federn Sulzer
gesch. d. transalp. Dacien (1781) 1, 68. '
mit emporstehendem haar': strobelichter kopf Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1014
c; starcke eber mit breittem, stroblechten rücken W. Spangenberg
eselkönig (1625) 277; es geschicht offt, dasz die pferde durch ihre magerheit stroblicht werden; ... honig im wasser ... wird dem stroblichten pferd sehr nutzbar seyn Hohberg
georg. cur. 3, 2 (1715) 209
b.
von den blättern (
grannen?)
an der ähre der hirse: des (
hirse) eher hat strobelechte pleter K. v. Megenberg
buch d. natur 403
Pfeiffer, hs. d. 15.
jhs. —
mundartlich strubelig, struwelig
meist '
mit zerzaustem haar',
von menschen, auch im verallgemeinerten sinn von '
unordentlich',
s. Woeste
westf. 259; Bauer-Collitz
Waldeck 100
b; Crecelius
oberhess. 816; Hönig
Köln 177; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 624; Fischer
schwäb. 5, 1872; Seiler
Basel 282; Meyer-Mauermann
d. richtige Berliner 174; Bernd
Posen 299; Hertel
Thür. 238; Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 579; Kramer
Bistritz 128; Kisch
vgl. wb. 218.
im bair.-österr. strobelig,
s. Unger-Khull
steir. 584
a; Hügel
Wien 211. 22)
übertragungen: strubbelich
verrucosus; strubbelich (ruwe, strublich, scharp)
saber v.
d. Schueren
Teuthonista 383
Verdam. '
rauh'
vom wetter: es ist struwwelig wetter
es regnet, schneit Kehrein
Nassau 318. '
verwirrt' Martin-Lienhart
elsäss. 2, 624. — '
ungefüge, rauh'
vom menschlichen charakter: ew. hoheit zürnen mir nicht, wenn ich struwelig und widerhaarig war
Gustav Freytag u. Herzog Ernst v. Koburg im briefw. 264
Tempeltey; wenn du kämst, könnt's leicht häupeleien geben, weil du so strobelig bist H. Kurz
sonnenwirth (1862) 2, 79.
ähnlich mundartliches strublig '
sauertöpfisch'
Schweiz. id. 11, 1955; struwelig '
uneinig' Vilmar-Pfister
Kurhessen 2.
erg. heft 38; '
grob, rauh': (
ich) habe bemerkt, dasz (
bei den Schweizern) die wahrheit mehr ins gesicht gesagt wird, als in unserer verschliffenen welt, obwohl oft stroblig rauh Vischer
auch einer (1879) 2, 247.