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stoppelfeld

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stoppelfeld n.

Bd. 19, Sp. 344
stoppelfeld, n. , abgeerntetes getreidefeld, auf welchem nur noch die stoppeln stehen (wie die begriffserweiterung von stoppel, f., unter II 1); die form stupfelfelder (s. unten) schon bei Bock kreutterbuch (1539) 1, 111; vom stoppelfeld Bastel v. d. Sohle don Kichote (1648) 29. 11) eigentlich: auf den weiten fränkischen stoppelfeldern Göthe IV 26, 120 Weim. (Moltke 6, 35; Fontane I 2, 434); längs dem frischgemähten stoppelfelde Holtei erz. schr. 12, 243; ein gemähtes stoppelfeld, nicht eine blosze begriffliche tautologie, sondern ursprünglich ein stoppelfeld, welches mit der stoppelsichel oder -sense nachgemäht ist; die saaten sind gemähet, das stoppelfeld ist frei W. Müller gedichte 51; ein herbstliches stoppelfeld S. Brunner erzähl. 1, 34; ich habe den herbst mit seinen bunten blättern, seinen stoppelfeldern und rothbäckigen apfelbäumen ... stets geliebt Holtei vierzig jahre 1, 346; an dem himmel ... standen wolken, die eine wand machten und mit den bergen verschmolzen, dasz alles in einem lieblichen dufte war, und die stoppelfelder noch heller und glänzender schimmerten und leuchteten Stifter 5, 1, 282; dichte weisze thaunebel lagen überm stoppelfeld Brentano 4, 158 (G. Freytag 13, 40; Viebig das schlafende heer 1, 84); bunt sind schon die wälder, gelb die stoppelfelder Salis ged. 53; der wind fegte mit seinem riesigen besen sand und strohhalme über die stoppelfelder G. Freytag 5, 1 (Erlach volkslieder der Deutschen 4, 35; Ebner-Eschenbach 2, 395); eben schien noch die sonne über die stoppelfelder W. Raabe schüdderump 2, 190; der wind weht übers stoppelfeld die schlimme zeit hebt an Hoffmann v. Fallersleben schr. 3, 129; im zwielicht ruht das stoppelfeld, nachsommerlüfte wehn, und fliegend über das falbe land ein jüngling ist zu sehn G. Keller 10, 60 (friedens ende); (zur nahrungssuche) auf die stoppelfelder fallen (vom federwilde) vgl. Döbel jägerpract. (1754) 1, 134; die hirtenbuben, die nach der ernte auf stoppelfeldern oder zweimal gemähten wiesen ihr anvertrautes vieh durften weiden lassen J. Rank erinnerungen (deutsche schriftst. aus Böhmen 5, 95); die lieblingspflanze der weiber, der flachs wird 'gelochen' und zum dörren auf die stoppelfelder gebreitet M. Meyr erzähl. aus dem Ries 3, 141; ein armes weib ... sammelt auf dem stoppelfelde die zerstreuten halme Rosegger 1, 294; wann schon die erntewagen, hoch geladen, hinfahren, von gesang und klang begleitet: ist auf der stoppelfelder öden pfaden der ährenlese magres fest bereitet Uhland ged. 1, 348; auch: (prächtige schauspiele,) welche auf stoppelfeldern mit berittnen und gewafneten acteurs vorgestellt werden Göthe IV 9, 156 Weim.; ein froher tag wars, als der (papier-) drache das erste mal auf dem neuen stoppelfelde aufstieg G. Freytag verl. handschr. 1, 163. — den jungen gänsen waren die flügel gewachsen, dasz sie am morgen kreischend dem stoppelfelde zuflogen B. Goltz jugendleben 3, 218; schwarz und scheckigt, und roth, gieng ietzt die blöckende heerde nach dem stoppelfeld zu Zachariä poet.-schr. 1, 313; sie zogen nun mit ein paar jägern und drey hühnerhunden übers stoppelfeld hin Miller Siegwart 1, 228; (die frage,) ob es heute keinen galopp über die stoppelfelder nach Weiszenbach gebe Spielhagen 3, 231 (Polenz Grabenhäger 2, 252). — glaube mir, wir, die im wagen sitzen, habens so schlimm, wie die dort, die barfusz durch die stoppelfelder gehen Auerbach schr. 1, 196 (Gaudy 3, 86). — in gruppen gingen die bewohner hin ... zwischen stoppelfeldern H. Schmid geschichten aus Bayern 281. — mit rücksicht auf die früher sehr hohen stoppeln die von jägern gebrauchte wendung aus dem stoppelfeld zurückkommen (Musäus physiognom. reisen 4, 143); hüthung der schweine in stoppelfeldern allgem. deutsche biblioth. 97, 487 (Ritter erdkunde 8, 560). 22) in scherzhafter übertragung, entsprechend stoppel, f., I 2 a: (ich) fing an, den starken bart mit groszer anmuth einzuseifen. eben so behend und leicht strich ich das stoppelfeld vom boden weg Göthe 25, 17 Weim.; vgl. sein gemähtes kinn sah stoppelfeldern nach der ernte gleich Shakespeare 6, 26 (Heinrich IV. I 1, 3). 33) im vergleich: alles ist dahingeflogen, wie ein wolkenschatten auf dem stoppelfelde im herbst Jung-Stilling 4, 713; wenn ich mein ganzes leben hinuntersehe, so ist mir, als wenn ich über ein abgemähtes stoppelfeld blicke Tieck 7, 26; wie es ... abgelebt aussieht, wie auf einem stoppelfelde Willibald Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht 1, 234; tot ist nun die jugendliche welt, diese brust, die einst ein himmel füllte, tot und dürftig, wie ein stoppelfeld Hölderlin 1, 146 Litzmann. 44) bildlich (für ein ödes, leeres zimmer): aber dem jüngling wurde ... so öde und bange, wie einem, der seine stube im gasthofe ausgeleeret, der die rechnung entrichtet und der nur noch einige minuten in dem rauhen leeren stoppelfelde auf und ab zu gehen hat, bis die pferde kommen Jean Paul Titan 1, 59; (von einer trümmerstätte:) soll von Antiochus und seiner rache die stätte predgen bis zum end der zeiten, das stoppelfeld vom abgehaunen trotz O. Ludwig 3, 343. sonst: auszerdem wäre leben ein stoppelfeld ohne vorhergehende ähren Jean Paul 59-60, 226 Hempel; (sie) sammelt ähren auf dem stoppelfelde des lebens Hölderlin 2, 14 Litzmann; wie der wind zur herbsteszeit mordend hinsaust in den wäldern, weht mir die vergangenheit von des glückes stoppelfeldern Lenau 35 Barthel.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StoppelfeldDas

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Das Stoppelfeld , — es, Mz. — er , das Feld nach der Ernte, auf welchem nur noch die Stoppeln der darauf gewesenen Früch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stoppelfeld

    Goethe-Wörterbuch

    Stoppelfeld [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Stoppelfeldn.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Stoppelfeld n. das abgeerntete Feld Sta öft. und auch sonst; meistens nur Stoppel ( s. d. 1 b ).

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Zerlegung von stoppelfeld 2 Komponenten

stopp+elfeld

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Cotta, M. (2026). „stoppelfeld". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stoppelfeld/zeige
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Cotta, Marcel. „stoppelfeld". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stoppelfeld/zeige. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stoppelfeld". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stoppelfeld/zeige.
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