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schibbeln

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schibbeln

Bd. 7, Sp. 1080
schibbeln das Wort, ein Iterativum zu schīben (s. Scheibe), ist zunächst Rhfrk bezeugt als -iw- an der oNahe u. in Saarbr [-ib- Wend-Merzw], dann Mosfrk als -iw- in Saarl-Berus, Merz, dann als -ib- in Koch [-iw- Stdt], Kobl u. anschliessend nach Süd. in Goar-Hungenr Weiler, ferner als -īw- in May-Stdt, -ib- in Daun-Tettschd; sonst heisst es im Rhfrk u. im lrhn. Mosfrk scheiweln; Westerw, Siegld, das Rip, Berg, Ruhr, Eup haben geschlossen -ib- [-iv- Sieg-Hangelar; -iw- u. -ib- Elbf; -yb- Eup-Raeren; Aach-Stdt (u. -ib-) Eschw u. Geilk-Nirm -īb-]; im SNfrk, wo in der Selfk, in Kemp, Kref-Ld, MGladb-Korschenbr šīvələ (< schîbeln, s. scheibeln) herrscht, ist dies ī in -īb- in Grevenbr, Neuss, Kemp-Süchteln, -īf- MGladb (u. -iv-), Kemp-SPeter eingedrungen; Kref-Stdt, Mörs-Neuk Hombg haben, an die Ruhr-Ma. angelehnt, -ib-; die NGrenze des Wortes geht also wenn wir -īv- hinzurechnen, bis einschl. Heinsb, Kemp, Kref, Mörs, Ruhr (n. davon herrscht, reulen) schw.: 1. trans. a. etwas (einen) sch., runde Gegenstände von geringem Gewicht langsam vor sich her rollen lassen, z. B. eine Kegelkugel, einen Klicker, ein Fass, ein Rad, einen runden Stein, Holz; scheif net streng, schibbel nemmen (nur) Daun-Tettschd; en Fass de Berg eronger(heraf)sch., en de Keller (herus-, heren-,) herömsch.; e Klötzche durch de Stuff sch.; enen üvver der Boddem sch. Rip, Allg.; beim Kegeln: he schibbelt op de Kegele; lot us enen sch.! kegeln, klickern (scherzh.) Rip, Allg.; bes. mit dem dicksten Klicker Nachwerfen spielen Rip; Kreis sch. Klicker, in einem Kr. eingesetzt, vom Malstrich aus hinausschnellen Ahrw, MGladb-Odenk; Külchen sch. jeder Spieler schibbelt seinen Klicker in die Nähe der Kaule; wessen Kl. schon hineinrollt, hat diesen verloren u. scheidet aus; danach sucht der erste Spieler alle Kl. an der K. in diese zu sch., indem er sie mit dem Knöchel des Zeigefingers voranschnellt, so lange, bis ihm der Stoss eines Kl. misslingt; dann versucht der nächste dies so lange, bis einer auch den letzten Klicker hineinstösst, so dass nun alle Kl. in der K. sind; wer den letzten Kl. hineinschibbelt, gewinnt alle in der K. befindlichen Kl. Gummb, Wermelsk, MGladb-Geistenbeck Odenk (Küllkes sch. u. Peckskes sch.); sch. = stucken (s. d.) beim Klickersp. Düss, Ruhr, Mörs; Schibbelches einfaches Klickersp. Neuw, Altk. — Bangk (Band) sch. Reifen spielen Schleid-Hellenth. — Eier sch. Spiel mit den gefärbten Ostereiern, sie einen Abhang hinunterrollen lassen Goar-Hungenr, Neuw-Rodenb, Gummb-Homburg., Waldbr. — Absol. einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen; wej gonnt no de Rhin sch. Mörs, Ruhr, Kref-Hüls, Mü-Eif, Malm-Meyerode, May-Stdt. — RA.: Alles, wat rongk (rund) ös, moss mer sch. Geld muss ausgegeben werden Eusk. Du kanns mich ens e Ferke no de Bahn sch.! abschl. Antw. Aach, MGladb, — en Rifkoken Barm, — en Wagong Erzen (Erbsen) Wippf-Hardt, — e Vierl Eier MGladb. Der es su deck, dat mer en sch. kann Rip, Allg., — mer kann en sch. wie e Fäss-chen Allg., — en Erz (Erbse) Neuss-Zons. — b. refl. sich sch., sich wälzen; de Kengder sch. sech üvver de Erd; he schibbelt sech em Bett eröm; sech us dem Kruffes (enges Loch) herussch. Rip, Allg. RA.: Ech hauen dech, datste dech schibbels! Rip, Allg. Sech sch. vür Lache (va Lach Aach); dat wor ene Spass, für sech ze sch. Rip, Allg.; heə schibbelet sich ewändig va L. Aach. — 2. intrans. rollend laufen; die Kugel schibbelt (üvver de Boddem) Rip, Allg.; de Äppel sch. vom Bam (heronner, heraf) Kobl, Allg.; erongeschibbelt kun langsam kommen Daun-Tettschd; dat es zom Sch. (on zom Wälzen) (für ze sch.) vor Lachen Kobl, Allg. Holz schniə (schneiden) alle die Wiə (Weiden), Klompe make, dat se krake, schifel met Lake (Leintuch)! MGladb-Giesenk. — Abl.: die Schibbel(er)ei, dat Geschibbel(s).
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    schibbeln s. schiebeln .

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Cotta, M. (2026). „schibbeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schibbeln/rhwb?formid=S04551
MLA
Cotta, Marcel. „schibbeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schibbeln/rhwb?formid=S04551. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schibbeln". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schibbeln/rhwb?formid=S04551.
BibTeX
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