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Resorption

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Resorption

Bd. 16, Sp. 823
Resorption (lat., »Aufsaugung«), die Aufnahme von Stoffen in das Blut, findet an den verschiedensten Orten des Organismus statt, am augenfälligsten im Nahrungsschlauch, dessen Schleimhaut das Vermögen der R. in sehr hohem Grade besitzt, wie schon die schnelle Allgemeinwirkung gewisser Gifte (Blausäure, Opium) beweist, selbst dann, wenn diese durch Klistiere nur mit der Mastdarmschleimhaut in Berührung kommen. Substanzen, die in der Gestalt von Speisen und Getränken in den Körper eingeführt werden, gelangen meistens nur nach vorheriger Einwirkung von Verdauungssäften und dadurch bewirkter chemischer Veränderung zur R. (s. Verdauung). Der Ort dieser für die Ernährung wichtigen R. ist hauptsächlich der Dünndarm. Seinem Inhalt stehen für den Übergang in die allgemeine Säftemasse zwei Wege offen, nämlich die Blutgefäße und die Chylusgefäße. Der erstere Weg wird von denjenigen Stoffen eingeschlagen, die der Diffusion fähig sind, also von gelösten Salzen, Zucker, vielleicht auch von den aus den genossenen Eiweißkörpern entstandenen Peptonen. Die Chylusbahn wird von Fett betreten, das verseift oder in sein verteiltem Zustand (als Emulsion) in die Chylusräume der Darmzotten eindringt und von da in die größern Chylusgefäße befördert wird. Die Kräfte, die als Ursachen der R. anzusehen sind, hat man früher ganz allgemein in Filtration und Diffusion gesucht. Es ist indessen unmöglich, alle Erscheinungen bei der R. durch diese Kräfte genügend zu erklären, man muß der Schleimhaut des Verdauungsapparats spezifisch wirkende Resorptionsmechanismen zuschreiben und nimmt an, daß es sich dabei um eine vitale Tätigkeit des Protoplasmas der das Darmrohr auskleidenden Epithelzellen sowie der Wandungen der in den Zotten befindlichen Blutgefäße handelt. Der äußern Haut wurde früher ein bedeutendes Resorptionsvermögen zugeschrieben, die hornige Epidermis aber, die noch dazu mit einer fettigen Masse (dem Hauttalg) durchtränkt wird, ist der R. wenig günstig. Entfernt man die Epidermis, z. B. mittels eines Blasenpflasters, so zeigt die bloßgelegte Lederhaut ein bedeutendes Resorptionsvermögen. Ein sehr intensives Resorptionsvermögen besitzt das unter der Haut befindliche Bindegewebe. Da die R. hier viel schneller von statten geht als im Verdauungskanal, so benutzt man sie, um dem Körper möglichst schnell Arzneistoffe einzuverleiben. Diese subkutanen Injektionen, ausgeführt mit einer Pravazschen Spritze, werden bei vielen krankhaften Zuständen angewandt. Auch auf pathologischem Gebiet begegnen wir sehr auffallenden und wichtigen Resorptionsprozessen, besonders beim Verschwinden von Exsudat- und Blutmassen aus den Geweben und Körperhöhlen. Die R. ist daher ein wichtiger Faktor bei der Heilung von Krankheiten.
2727 Zeichen · 27 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Resorption

    Goethe-Wörterbuch

    Resorption ‘R. der Haut’: Aufnahme (eines Stoffes) durch die Haut In der Bürgschaft [ Ballade von Schiller ] ..ganz nass…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Resorption

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Resorption , lat.-dtsch., d.h. Wiederaufsaugung, in der Physiologie die Aufsaugung solcher Stoffe ins Blut, welche schon…

  3. Spezial
    Resorption

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Re|sorp|ti|on f. (-,-en) assorbimënt (-nc) m.

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Cotta, M. (2026). „resorption". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/resorption/meyers?formid=R02900
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Cotta, Marcel. „resorption". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/resorption/meyers?formid=R02900. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „resorption". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/resorption/meyers?formid=R02900.
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