raffeln,
verb. 11)
klappern; von dem handhaben der raffel (
s. d. nr. 1): hiute (
am karfreitage) werdent die altere bereubet und hiute ravelt man und man liutet hiute niht.
Germ. 7, 335 (13.
jh.);
schweiz. raffeln
klappern Stalder 2, 254;
auch im allgemeinen poltern, lärmen, so tirol. raffeln,
durch plötzliche oder schnelle bewegung ein geräusch verursachen, z. b. wenn plötzlich die stühle gerückt werden, raffelt es. Schöpf 526;
kärntn. raffeln,
poltern, lärmen. Fromm. 6, 192; dasz man im rennen, der pferde gereusch, der wägen raffelen, der räder kurren .. hören müsz.
Petr. 26
b;
schweiz. raffle,
rasseln, von der kaffemühle. Seiler 233
a. 22)
mit der zunge lärmen, schwatzen, auch schelten, zanken: rabulare, raffelen, rabbelen Dief. 482
a,
vgl. dazu beraffeln
theil 1, 1485; mer hat sich ja gwisz lang gnueg mit enk graffelt, und wöllts gleichwoll nit zur reson kumen. Schwabe
tintenf. 79; Göthe
hat mit umlaut räffeln
für heimlich schwatzen, flüstern: da kam mein pfaff und mädelein traun, .. thäten mit äugleins sich begäffeln, einander in die ohren räffeln. 13, 62;
auch schweiz. räffeln,
raunen, flüstern Stalder 2, 254. 33) raffeln,
reiben, schaben, raspeln, mit den zähnen schabend essen; schweizerisch: härtöpfel (
kartoffeln), öpfel raffle. Seiler 233
a;
auch mühsam kauen, muffeln: indem nase und bart, beide gleicher länge, einander beständig küszten, wenn er so was übers zahnfleisch wegraffelte. Fr. Müller 2, 56;
von schlecht schneidenden dingen: bair. das messer raffelt,
macht risse, weil es schartig ist. Schm. 2, 64
Fromm.; im Aargau raffle,
an etwas rasch und heftig reiben. Hunziker 200;
und so wol auch von dem ungeschickten zupfen der laute: es ist gar ein wunder, dasz der wunderlich seltzam und alt man Socrates erst in seinen alten tagen, auf der lauten zu spilen, geraflet hat.
Petr. 21
a. 44) raffeln,
mit der raffel (
s. d. nr. 5)
arbeiten. schweizerisch. Hunziker
ebenda. 55)
am häufigsten als intensivum zum folgenden raffen
in der bedeutung hurtig zusammen nehmen, reiszen. 5@aa)
transitiv: raffeln,
captare Stieler 1496; etwas zu sich raffeln: do er musz mit schmerzen wider von im geben alles was er mit lust zuo im geraffelt hat. Cyrillus 62; etwas zusammen raffeln: welchs (
priesterthum) er nicht allein besuddelt, sondern ganz und gar vertilget, untergedruckt, und ein anders sein eigens aufgericht hat, aus allen heidnischen priesterthum zusamen geraffelt. Luther 2, 37
b; da aber Paulus einen haufen reiser zusamen raffelt, und legt es aufs fewr.
ap. gesch. 28, 3; wie mancher leuft alle lectiones aus, schreibt und raffelt zusammen, lieset alle bücher, und wenn er sol ein predigt oder lection thun, da ist niemand daheime. Mathesius
Syrach 1, 72
a; er befahl Andreas wein und confect zu holen, nöthigte die studiosos zu sitzen, und mit dem wenigen, was man in der eil zusammen raffeln könte, groszgünstig vorlieb zu nehmen.
unwürd. doctor 299;
fränkischhennebergisch raffeln,
hastig und emsig raffen, gierig essen, zu sich raffeln,
an sich reiszen. Fromm. 4, 236.
vergl.aufraffeln theil 1, 703. 5@bb)
reflexiv, sich zusammen raffeln,
zusammen nehmen: der lieutenant lief eilends zurück und meldete Eckarths ankunft an, der obrist raffelte sich so gut er in dieser ubereilung kunte, zusammen.
med. maulaffe 861; jedoch die vernunft raffelte sich endlich zusammen.
Felsenburg 2, 343.
fränkischhenneb. sich raffeln,
sich zurecht machen, die kleidung zurecht machen, auch sich zusammen nehmen, sich bei einer arbeit dazu halten. Fromm. 4, 237.