Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Moschee f.
Moschee f.
Moschee f. ‘islamisches Gebetshaus’. Die Bezeichnung arab. masǧid ‘Gebetshaus’ (vom Verb arab. saǧada ‘sich niederwerfen, anbeten’, also eigentlich ‘Ort, wo man sich niederwirft’; oder nach gleichbed. syr. masgedā?) gelangt zur Zeit der Kreuzzüge nach Europa, wo sie zuerst in der Form span. mezquita (um 1100) nachweisbar ist (lautliche Gründe sprechen für Vermittlung durch gleichbed. armen. mzkiṭ oder byzant.-griech. masgídion, μασγίδιον); vgl. ferner port. mesquita (13. Jh.), afrz. mesquite, aital. meschita (Anfang 14. Jh.). Daneben erscheinen roman. Formen mit Vokalwechsel wie mfrz. musquette, ital. moscheta (14. Jh., vorher bereits mlat. muscheta, muschea, moscheda u. ä.), mfrz. mousquaie (15. Jh.), mosquet (16. Jh.) und die sich schließlich durchsetzenden Varianten ital. moschea (15. Jh.), frz. mosquée (16. Jh.). Sie beruhen vermutlich auf Angleichung an mlat. muscum, muscus, afrz. frz. musc, ital. muschio ‘Moschus’ (aus spätlat. muscus, s. Moschus), offenbar veranlaßt durch den das islamische Gotteshaus erfüllenden fremdartigen Duft. Die ältesten Belege im Dt., niederrhein. misschida (Mitte 14. Jh.), frühnhd. meesgitt (um 1400), schließen sich an span. mezquita (oder aital. meschita?) an; so noch misßquit, Mesquita, Meschit in frühnhd. Texten des 16. Jhs. Dagegen deuten frühnhd. Muschea, Mus(ch)kea, Müschke (Ende 15. Jh.), Moschea (16. Jh.) auf Übernahme von ital. moschea. Die seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. geläufige moderne Form Moschee zeigt in ihrer Endung Einfluß von frz. mosquée.