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geziege

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geziege

Bd. 7, Sp. 7048
geziege, geziehge, schriftformen, in denen eine adjectivableitung zu ziehen, das adjectiv gezüge, in den gebrauch der bergwerksprache übertrat: geziehgen heissen die schmeltzer so viel als geschmeidig (gebogen) ... der stein wird geziehge, d. i. er wird geschmeidig, flüssig J. Hübner natur - kunst ... lexicon (1712) 577; desgl. Chomel 4, 1072; Jablonski (1721) 243; geziege Minerophilos 292 u. a. 11) der ausgangsqunkt liegt auf ostmitteldeutschem, vor allem schlesischem boden. dort ist das adjectiv im allgemeinen gebrauch, dort erklärt sich die engere beziehung auf den bergbau, in der das adjectiv weit über diese mundartlichen grenzen überdringt. auch die schreibung geziege, geziehge stimmt zu der aussprache dieser mundart, wenn sie auch für die allgemeine bedeutung des adjectivs dort weniger zur geltung kommt, als für die engere der bergmannssprache. 1@aa) ein band, das sich windet und fügt, gezüger lässt finden. Wenzel Scherffer gedichte 522 u. a. vgl. P. Drechsler s. 280 (das dort angezogene bair. zügig [s. Schmeller 22, 1099 ] schlägt eine andere richtung ein): wenn man der wütenden ochsen rücken damit (mit wein) besprengte, würden sie gezüge D. C. v. Lohenstein Arminius u. Thusnelda 2 (1690), 295a (2, 2); seine euserliche einsalbung benähme die lähmbde und den krampf, machte die spann-adern gezüge (2, 2) s. 308; sintemal ... das oel so wohl die glieder erwärme und gezüge mache (2, 1) 86; dass sie sich täglich in ihrer (der eselinnen) milch badete, weil sie die haut weisz und gezüge machte 93. 1@bb) wie wol sie dein geschmack vor köstlich gut mus achten, so wirstu doch wol was zu tadeln finden dran, das dein gezüges maul wird spitzig stechen an. Wenzel Scherffer übers. v. Dedekinds Grobianus (1640) 126; es wäre fast geschickter, wann ich wegen der frembden gewüchse nicht immer müszte acht haben ... die jungfer hat feine helle augen und geziegene subtile fingerchen ... ich wisste auch, dasz es recht verrichtet wurde (Ettner) des getreuen Eckharts unwürd. doctor (1697) 326; gezüge, geschmeidig, was sich leicht ziehen lässt ... handschuhe müssen gezüge sein ... unter dem drucke wird der mensch gezüge Anton alphabet. verz. Oberlausitzer wörter (Görlitz 1833) nachtrag 3, 13. 22) beziehung auf metalle und vordringen in die allgemeinere bergmannssprache. 2@aa) weil das gold so gezüge wäre, dass ein knopff einer kirsche grosz sich von der Elbe bisz an Rhein ausdehnen liesse Lohenstein Arminius (1, 7) 1, 1113; gold ist ein metall, das dichte, gelb, gezüge, wohl vereint, von ausnehmendem gewichte das sehr helle glänzt und scheint. Brockes (betr. u. d. reich der metalle) ird. vergnügen in gott 9, 8; es (das blei) hat keinen klang, ist dichte von besonderem gewichte, grau, gezieh'g, ein feind vom test ob sichs gleich leicht schmelzen lässt. 18; der geziehgen ganzmetallen schmelz- und biegbarer natur grund und ursach ist, vor allen, der so flüszige Merkur. 9, 28. 2@bb) der stein wird geziege d. i. wird geschmeidig, flüssig und verlieret seine wilde sprödigkeit Minerophilos bergwerkslex. (1730) 292; geziege ... so aus zähe verderbt und statt desselben [!] für geschmeidig im bergbaue üblich s.zähe Adelung 2, 673; dasselbe wiederholt bei Krünitz 18, 380; geziege, mol, traitable. man sagt, das gestein wird geziege, wenn es nach einer veste wiederum gebraeche oder weicher wird Jacobsson 2, 87; geziege (t. de mine), geschmeidig, flüssig, traitable, qui n'est pas aigre ou pailleux Schwan 1 (1783), 751b; geziege, traitable au fourneau, fusible, doux, melléable, soft, ductile Beil technol. wb. 243.
3588 Zeichen · 72 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geziege

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Geziege , adj. et adv. welches aus zähe verderbt und statt desselben für geschmeidig im Bergbaue üblich ist. S. Adelun…

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Ableitung von geziege 3 Analysen

ge- + ziege

geziege leitet sich vom Lemma ziege ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+ziegeln+-e geziegeln+-e

geziege‑ als Erstglied (2 von 2)

geziegeln

DWB

geziegeln , verb. , wohl mit dem folgenden in zusammenhang: darausz allerlei bergart und metal geziegelt und von der kelte gestet Matthesius…

geziegelt

DWB

geziegelt , participiales adjectiv, zielt auf das aussehen der auf einem dach übereinander geschichteten ziegel und führt von da in mannigfa…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geziege". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geziege/dwb?formid=G15632
MLA
Cotta, Marcel. „geziege". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geziege/dwb?formid=G15632. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „geziege". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geziege/dwb?formid=G15632.
BibTeX
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